Verstehen, wie Scrum funktioniert, ist erst einmal kinderleicht. Die Kernelemente des Frameworks sind so überschaubar, dass sie sogar auf einen Bierdeckel passen: Der Product Owner pflegt eine Liste aller Funktionen und Anforderungen (Product Backlog), die wohl portioniert (Sprint Backlog) in festen Iterationszyklen mit definierter Länge (Sprints) vom Entwicklungsteam realisiert bzw. erfüllt werden. Während eines Sprints trifft sich das Entwicklungsteam einmal am Tag zur autonomen Planung der Tätigkeiten des Tages (Daily Scrum). Dabei werden Hindernisse des letzten Tages (Impediments) notiert und insbesondere im Falle von akuten Störungen (Blockern) arbeiten der Scrum-Master und das Entwicklungsteam umgehend an der kurzfristigen Beseitigung. Am Ende des Sprints wird das Ergebnis dem Product Owner präsentiert und offiziell abgenommen (Sprint Review). Zum Abschluss eines Sprints wird über den Fortschritt, die Arbeitsweise und eventuelle Probleme reflektiert (Sprint Retrospektive) und damit ein effizienteres Arbeiten in den nächsten Sprints ermöglicht. Nach x Sprints sind alle Anforderungen umgesetzt und das Produkt ist fertig.
Scrum erfolgreich einzusetzen, ist hingegen deutlich schwieriger, denn spätestens mit Start Ihres ersten Scrum – Abenteuers müssen Sie tief in Scrum eintauchen und es auf Ihre Situation anwenden. Scrum ist ein Framework, keine Methode, die sich strikt nach Lehrbuch erfolgreich 1-zu-1 anwenden lässt. Falls dem so wäre, so die Macher von Scrum, würden Sie es von den Anwendern lizensieren lassen und nicht kostenlos hergeben. Besser kann man das Wesen von Scrum wohl nicht beschreiben. Scrum setzt also einen Rahmen und definiert Eckpfeiler, die sich in unterschiedlichen Kontexten als stabil und sinnvoll herausgestellt haben. Den Rest müssen Sie machen. Der Rest ist spezifisch für Ihr Unternehmen, Ihre Produkte und den Kontext in dem Sie sich bewegen.
Scrum erfordert für einen erfolgreichen Einsatz von allen Teilnehmern umfassendes Wissen in sehr vielen Bereichen, dazu zählen Soft-Skills, aber auch Hard-Skills, etwa im Bezug auf das Programmiererhandwerk, die jeweilige Domäne aber auch zu Scrum selbst, damit Sie in der Lage sind, auf die vielen Detailfragen, die nicht nur im Rahmen der Einführung von Scrum auf sie als Team zukommen werden, Antworten zu finden und Lösungen und Strategien zu erarbeiten:
Wie verwalte ich die Anforderungen zu meinem Produkt und wie notiere ich sie? Wie kann ich Anforderungen so verpacken, dass sie in wohldosierten und sinnvollen “Häppchen” umgesetzt werden können? Wie entscheide ich, was wir zuerst umsetzen? Wie kann ich dem Wunsch des Managements nachkommen, fixe Aussagen zu Releaseterminen machen zu können? Wie forme ich ein “high-performance” – Team? Und wer mit welchen Skills gehört in das Team? Wie kann ich Konflikte im Team lösen? Welche Anpassungen an der technischen Basis und den eingesetzten Tools müssen durchgeführt werden um ein iteratives Vorgehen zu möglichen? Welche Systemarchitektur unterstützt Teamarbeit? Wie kann ich externe Abhängigkeiten kontrollieren? Wie sichere ich die Qualität? Wie gestalte ich eine offene Feedback-Kultur? Ach so: Und wie führe ich Scrum eigentlich ein? Wie schule ich meine Mitarbeiter? Für welches Projekt setze ich Scrum ein? Wie entgegne ich Zweiflern und Störern? Was mache ich mit meinem aktuellen Projektmanager? Welche Karrierepfade gibt es zukünftig? Kurzum: Wie geht eigentlich Scrum bei mir? Welche Werkzeuge müssen rein in meine Toolbox?
Brauchen Sie Unterstützung bei der Beantwortung dieser Fragen? Dann melden Sie sich doch bei mir.
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